Seit über 40 Jahren begleiten Pferde meinen Lebensweg. Was als Leidenschaft begann, wurde zu einer tiefen Berufung:
Pferde wirklich zu verstehen und Menschen dabei zu unterstützen, eine vertrauensvolle und harmonische Beziehung zu ihrem Pferd aufzubauen.
In einer Zeit, in der Horsemanship und pferdegerechte Kommunikation in Deutschland noch kaum bekannt waren, führte mich mein Weg Mitte der 90er Jahre nach Colorado, USA. Dort durfte ich mehrere Jahre tief in eine Pferdewelt eintauchen, die mein Verständnis von Training, Partnerschaft und Kommunikation nachhaltig verändern sollte.
Die Arbeit mit Jungpferden, sensiblen und traumatisierten Pferden sowie die Begegnungen mit einigen der prägendsten Pferdemenschen dieser Zeit legten den Grundstein für das, was viele Jahre später zu „Im Sinne des Pferdes“ werden sollte.
1999 absolvierte ich die Ausbildung zum John Lyons Certified Trainer und wurde mit der Auszeichnung „Trained to be the Best“ geehrt. Besonders prägend war darüber hinaus die Arbeit mit Harry Whitney, dessen tiefer Respekt für die Individualität jedes Pferdes meine Sichtweise bis heute beeinflusst. Weitere wichtige Impulse erhielt ich durch Dave Genadek im Bereich Körperverständnis und Sattelpassform sowie durch Peggy Cummings und ihr Connected Riding, das Balance, feine Hilfengebung und echte Verbindung unter dem Sattel in den Mittelpunkt stellt.
Bis heute entwickle ich mich stets weiter und bin im Austausch mit Pferde(fach-)menschen, denen das seelische und körperliche Wohl der Tiere genauso am Herzen liegt, wie mir selbst. Mein langjähriger guter Freund und Kollege Ross Jacobs, nimmt in den letzten Jahren jeden Sommer den weiten Weg von Australien auf sich, um bei mir in Billingshausen für zwei Wochen Intensiv- Kurse zu geben, wo auch ich mir wertvolle Impulse einholen kann, die meine Arbeit bereichern.
Doch keine Ausbildung und kein Titel haben mich so viel gelehrt wie die Pferde selbst.
Jedes Pferd bringt seine eigene Persönlichkeit, Geschichte und Art zu lernen mit. Deshalb arbeite ich nicht nach starren Systemen oder festgelegten Konzepten. Für mich beginnt gute Pferdearbeit mit Zuhören, Beobachten und Verstehen. Es geht darum, das Pferd dort abzuholen, wo es gerade steht, Vertrauen aufzubauen und gemeinsam einen Weg zu finden, der für Pferd und Mensch stimmig ist.
Über viele Jahre hinweg entstand daraus eine eigene Philosophie der Pferdearbeit, geprägt von Respekt, Individualität und dem tiefen Wunsch, Pferde nicht zu formen, sondern sie wirklich zu verstehen. Aus dieser Philosophie entwickelte sich schließlich „Im Sinne des Pferdes“.
Heute lebe und arbeite ich auf dem Sonnenhof, einem Ort, an dem sich meine Überzeugungen von pferdegerechter Haltung, Ausbildung und echter Partnerschaft täglich verwirklichen.
Denn für mich endet gute Pferdearbeit nicht beim Training. Sie beginnt bereits bei den Lebensbedingungen des Pferdes. Bewegung, Sozialkontakt, individuelle Betreuung und ein Umfeld, in dem Pferde körperlich und mental gesund bleiben können, sind für mich die Grundlage jeder erfolgreichen Zusammenarbeit.
Der Sonnenhof ist deshalb weit mehr als ein Ausbildungsort. Er ist ein Ort des Lernens, der Entwicklung und der gelebten Philosophie von „Im Sinne des Pferdes“.
Als immer mehr Menschen den Wunsch äußerten, diesen Weg nicht nur kennenzulernen, sondern selbst zu erlernen, entstand 2014 "PferdeLeben", meine dreijährige Ausbildung für Menschen, die Pferde nicht nur trainieren, sondern sie in ihrer Tiefe verstehen und begleiten möchten.
Denn ich bin überzeugt:
Wahre Pferdearbeit entsteht nicht durch Kontrolle.
Sie entsteht durch Beziehung.
