Neue Ausbildungspferde auf dem Sonnenhof

Es kommt wieder Leben auf den Sonnenhof, der Winter neigt sich dem Ende zu und alles erwacht aus dem Ruheschlaf. Von Navajo, Amira und Artus bekomme ich immer wieder mal gutes Feedback und das freut mich unglaublich. Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass die Schützlinge, die ich so lange intensiv begleiten durfte sich zu Hause „gut benehmen“ und ihren Weg weiter mit ihren Menschen gehen. Was kann man sich als Trainerin und Lehrerin Besseres vorstellen? Und nun gilt es, nach vorne zu blicken und sich den neuen Aufgaben zu stellen. Wer hätte es gedacht, die Aufgaben kommen mal wieder im Dreierpack! Nein das war nicht so geplant, hat sich aber so ergeben. 


Am Freitag zog Gitan auf den Sonnenhof, natürlich nur vorübergehend, ein wunderschöner Wallach, der momentan sehr frustriert scheint und mit sich selbst und allem drum herum unzufrieden ist. Dies zeigt er mit Aggression seinen Menschen gegenüber. Da kommt es schon mal vor, dass er sich losreißen möchte und im Wegrennen noch nach hinten austritt, oder vor seinen Menschen steigt und dann nach vorne schlägt. Keine schöne Art der Kommunikation. Nun gilt es ihm zu zeigen, dass ein Miteinander mit den Menschen auch angenehm sein kann und sogar Freude machen kann. Ich werde auf jeden Fall über seinen Werdegang berichten.



Am Samstag kam dann eine ebenso schöne Vollblutstute namens Dala. Also eigentlich ist sie ein polnisches Warmblut, aber aussehen tut sie eher wie eine ganz feine Vollblutstute. Ihr werdet Bilder von ihr sehen. Sie ist grundsätzlich erstmal anders als Gitan. Sehr menschenbezogen, sehr verschmust, sehr ruhig, zumindest in der gewohnten Umgebung. Draußen im Gelände ist das jedoch anders, da gibt es Momente wo ihr alles zu viel wird. Dann steigt auch sie, ist fast unkontrollierbar und schafft es nicht mehr zur Ruhe zu kommen. Sie tänzelt, ist nervös und man erreicht sie nicht mehr. Bei meiner Kennenlernstunde vor Ort zeigte sie sich eher träge, abwesend und phlegmatisch. Nun, da ist ein großer Zusammenhang zwischen Trägheit und Explosivität. „The horses that seem the deadest are the biggest when they wake up.” Nun ja, es gilt sie wach zu halten, damit sie nicht so tief versinken kann. Auch hier werde ich weiter berichten.


Und nun noch der Dritte, der ursprünglich nur als eine Urlaubsbetreuung geplant war. Aber nun hat sich herausgestellt, dass auch Bayle große Themen hat, so kann er wohl nicht mal entspannt angebunden stehen. Er ist angespannt und nervös, hatte es wohl nicht leicht in seinem kurzen Leben. Er ist erst vier und auch er geht in die Aggression, aber erst wenn er sich eingeengt fühlt. Er kommt aus Polen. Er wird lernen zu vertrauen und das Leben mit den Menschen zu genießen. Ich freue mich auf jeden Fall diese drei eine Zeit lang begleiten zu dürfen. Im Sinne der Pferde. 


Foto: Katharina Eberhardt