Navajo wird weich

Mittlerweile ist es eine pure Freude mit Navajo zu arbeiten, egal ob auf dem Platz oder im Round Pen, er ist präsent, aufmerksam und offen. Er interessiert sich für die Dinge, die um ihn herum passieren und möchte gerne gefallen. Bei neuen Vorschlägen wirkt er bemüht und möchte verstehen was nun seine daraus resultierende Aufgabe ist. Ein feines Pferd das auch, jetzt wo es wach ist, immer noch sehr freundlich ist. Das ist nicht immer so, denn manchmal zeigen Pferde nach dem Aufwachen auch unschöne Gefühle, was es nicht weniger notwendig macht sie aufzuwecken, sondern nur umso wichtiger, damit diese unschönen Gefühle nicht weiterhin im Pferd stecken.


Nicht so bei Navajo, er fängt an und genießt den Menschen und alles drum herum, zum Beispiel die Massagen, die zwischen der anstrengenden Kappzaum-Arbeit eingebaut werden. Ja, Gymnastizierung hatte er wohl keine gehabt in seinem früheren Leben, das sieht man an seinem Körperbau, das spürt man aber noch viel mehr wenn man beginnt ihn biegen zu wollen. Na ja, es wird besser, er ist willig etwas zu ändern, was braucht man denn auch mehr?



Die erste Reiteinheit war interessant, da ging er doch tatsächlich erst mal im Schritt durch. Kein schönes Gefühl aber sehr schnell hat er sich besonnen und erinnert dass das Leben mit dem Menschen doch jetzt anders ist. Das man nicht vor der Arbeit davon laufen muss. Der Schecke ist entweder sehr weich im Maul oder extrem hart, das kommt immer drauf an ob er grade an alten Verhaltensmustern festhält oder sich auf das Neue einlassen kann. Denn ein weiches oder hartes Maul ist ja im Kopf, es sind die Gedanken die fest sind, nicht das Pferdemaul an sich.


Je höher die Gangart umso fester das Pferd, bis es sich ausbalanciert tragen kann, biegen und Haltung umsetzen kann, wird es noch eine Weile dauern, auch da gilt es erst mal alte Muster loszulassen und entspannt in den Tag zu gehen. Erstaunlich ist, wie Navajo das Ground Driving annimmt, hier kann ich Brücken zum Geritten werden bauen ohne dass er in alte Muster verfällt. Immer wieder schön wie ruhig und besonnen er dies umsetzt. Er ist ein toller Kerl, der immer offener wird auf seinem Weg in sein neues Leben.


Ich werde weiter berichten.

 

In diesem Sinne und im Sinne der Pferde

 

Eure

 

Simone Carlson