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Blickschulung Bild 6

 

Manchmal sind es die stillen Augenblicke, in denen sich vieles zeigt. Nicht im Spektakel, nicht im Außen, sondern in diesem feinen Gleichgewicht zwischen dem Pferd und Dir. In einem Moment, in dem nichts eingefordert wird und dennoch alles da ist – Aufmerksamkeit, Vertrauen und eine ruhige Selbstverständlichkeit des Miteinanders.

Genau dort beginnt für mich echte Beziehung.

Simone und Faith
Faith hat seinen Blick auf mich gerichtet und wartet auf meine nächste Handlung. Sein Körper ist entspannt, weich und ruhig. Und doch ist er aufmerksam.
Mit dem rechten Ohr nimmt er ein Geräusch auf seiner rechten Seite wahr. Ein kurzer Moment der Orientierung – ganz selbstverständlich. Doch seine Aufmerksamkeit bleibt bei mir.
Er muss sich nicht entscheiden zwischen mir und seiner Umgebung.
Er ist bei mir – und gleichzeitig in der Welt.

Für mich bedeutet Verbindung nicht, dass ein Pferd die Welt ausblendet, um bei mir zu sein. Es bedeutet, dass es die Welt wahrnimmt– Geräusche, Bewegungen, Stimmungen – ohne dabei innerlich von mir wegzugehen. Innere Ruhe und Ausgeglichenheit sind dafür ein wesentlicher Faktor. Wenn ein Pferd sich orientieren kann und dennoch bei mir bleibt, dann entsteht kein Gehorsam aus Druck, sondern Präsenz aus Sicherheit.

 

Vielleicht liegt genau darin die Qualität einer tragfähigen Beziehung: dass nichts abgeschnitten werden muss, damit Nähe und Dialog entstehen kann. Dass Aufmerksamkeit kein Entweder-oder ist, sondern ein ruhiges Sowohl-als-auch. Und dass ein Pferd bleibt, nicht weil es muss, sondern weil es sich in dieser Verbindung sicher fühlt. Weil es seine Entscheidung ist. Welche Eindrücke hattest du zu diesem Bild?

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