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Blickschulung Teil 3

Bei der Blickschulung geht es nicht darum, ob ein Pferd „mitmacht“ oder „gehorsam“ ist. Es geht darum, wo es innerlich gerade ist. Gedanken zeigen sich nicht abstrakt – sie werden im Körper sichtbar. Manchmal ganz leise, manchmal sehr deutlich. Bild 3 ist ein schönes Beispiel dafür, wie fein diese Übergänge sein können.

Fürst und Ute
Fürst wirkt in sich ruhend und weich. Sein Ausdruck ist entspannt.
Seine Aufmerksamkeit liegt jedoch nicht bei seiner Besitzerin, sondern vorne links von ihm – möglicherweise in Richtung Kamera.
Auffällig ist die Körpermechanik:
Das innere Hinterbein tritt noch auf die Mittellinie – ein Hinweis darauf, dass er gedanklich gerade noch nach innen orientiert war. Gleichzeitig beginnt das rechte Vorderbein, aus der gebogenen Linie nach außen zu treten. Die Schulter kippt leicht.
Hier sehen wir sehr deutlich:
Die Gedanken gehen voraus, der Körper folgt.
Wenn die Aufmerksamkeit nicht bei uns ist, läuft das Pferd vielleicht noch im Kreis – ist aber nicht mehr auf dem Kreis gebogen. Es erfüllt formal die Aufgabe, doch innerlich ist es bereits unterwegs.
Das ist kein Drama. Kein Fehlverhalten.
Es ist schlicht eine Verschiebung der Gedanken – sichtbar im Körper.

Genau diese feinen Verschiebungen wahrzunehmen, ist Kern der Blickschulung. Nicht um zu korrigieren, sondern um zu verstehen. Nicht um zu bewerten, sondern um im richtigen Moment wieder einzuladen. Je früher wir Gedankenbewegungen erkennen, desto leiser, klarer und fairer kann Kommunikation werden – für das Pferd und für uns.

 

 

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