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Blickschulung Teil 2

Bevor wir uns Bild 2 anschauen, möchte ich euch wieder daran erinnern: Es sind Momentaufnahmen. Ein Foto zeigt immer nur einen winzigen Ausschnitt. Ich habe das Privileg, mehr als diesen einen Moment zu kennen – das gesamte Setting und auch das Pferd selbst. Weshalb es sein kann, das sich der Eindruck den das Bild für Dich vermittelt nicht mit dem Eindruck deckt, den ich hier beschreibe. Wir alle bringen unsere Erfahrung mit in den Topf. Und am ende ist es eine Interpretation, die mehr oder weniger zutreffend sein kann.

Bild 2: Anke und Jolina
Anke bewegt sich von Jolina weg. Ihr Blick geht nach außen – vermutlich hat jemand außerhalb des Round Pens etwas gesagt. Ihr Auge wirkt dabei weich.
Jolina hingegen bleibt mit ihrem Fokus bei Anke. Ihr Ausdruck ist weich, entspannt, klar und aufmerksam. Ihre Gedanken bleiben bei ihrem Menschen – unabhängig davon, wohin dieser sich bewegt.

Beobachtbar ist also:

·       Ein Mensch mit kurzzeitig geteilter Aufmerksamkeit.

·       Ein Pferd mit klarer, stabiler Ausrichtung.

In der Bedeutung zeigt sich hier etwas sehr Schönes: Aufmerksamkeit ist nicht automatisch gleich Bindung – und äußere Ablenkung bedeutet nicht automatisch inneren Abbruch. Jolina bleibt innerlich verbunden. Sie ist wach und zugeneigt.

Was dieses Bild besonders zeigt, ist die Stabilität von Aufmerksamkeit.
Anke wird kurz abgelenkt, ihr Blick wandert nach außen – Jolina jedoch bleibt bei ihr, klar, entspannt und aufmerksam.
Die Gedanken folgen dem Menschen, der Körper bleibt im Einklang.
Genau hier beginnt Blickschulung: Nicht im Bewerten, sondern im Erkennen. Wie hättest Du dieses Bild beurteilt?

 

 

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