Heute bekam ich einen Brief von einer Schülerin, die für eine Woche mit ihrem Pferd zu mir kam, um die Philosophie „Im Sinne des Pferdes“ kennenzulernen und gemeinsam
mit ihrem Pferd darin einzutauchen.
Solche Zeilen zu lesen berührt mich jedes Mal sehr. Denn sie zeigen, was entstehen kann, wenn Mensch und Pferd sich Zeit nehmen – Zeit zum Beobachten, zum Fühlen, zum
Lernen und zum wirklichen Verstehen.
Mit ihrer Erlaubnis darf ich euch heute ihre Eindrücke weitergeben.
Reiter sucht Bodenarbeit...
… doch welche ist die „richtige“ Herangehensweise?
Kennst du das Gefühl beim Reiten mit dem Pferd durch Gedanken verbunden zu sein?
Wenn du an eine Aufgabe oder Lektion denkst, führt das Pferd diese bereits aus – in Leichtigkeit. Ein tolles Gefühl nachdem man süchtig werden könnte.
Gibt es so eine Verbundenheit tatsächlich auch in der Bodenarbeit?
Als Neuling auf diesem Gebiet bin ich vor einigen Jahren los gezogen und habe nach Trainern für die Bodenarbeit gesucht. Gedanken darüber, dass es auch hier
wahnsinnige Unterschiede in der Arbeit mit dem Pferd gibt, habe ich mir keine gemacht. Ich hatte nur immer das Gefühl, dass etwas fehlt im Training.
Klar haben wir mit dem Pferd Aufgaben und Lektionen erarbeitet, aber auf welcher Basis? Lange war mir das nicht klar. Ich denke, nun habe ich es verstanden.
Die Basis für unsere Arbeit war nicht eine geistige Verbundenheit, sondern „nur“ ein Bewegen des Körpers. Der Körper hat sich also bewegt, aber war das Pferd auch bei
der Sache? Ich hatte nicht den Eindruck, denn der Gesichtsausdruck und auch die Motivation meines Pferdes zeigten mir etwas anderes.
Also habe ich weiter gesucht … und gefunden.
Eine Arbeit, die auf das Pferd eingeht. Erst den Gedanken fordert und dann die Bewegung. Wie heißt es so schön: „Immer der Nase nach.“ - das gilt wohl auch für die
Pferde.
Vom Kleinen zum Großen, ist auch hier das Motto, sollte das Pferd mal nicht reagieren, weil es noch im Außen hängt.oder einfach unsicher ist.
Unerwünschtes Verhalten wird nicht bestraft, sondern als Suche nach Lösungsvorschlägen vom Pferd interpretiert.
Also werden die Vorschläge angenommen und zum gewünschten Verhalten umgeleitet. Ganz ohne Stress.
Was dabei raus kommt ist wirklich erstaunlich.
Gesichtsausdruck und die gezeigte Motivation mitzuarbeiten sprechen Bände.
Gibt es etwas schöneres als Spaß an der Arbeit für beide?

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