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Der Sonnenhof – ein Kursort zum Ankommen für Mensch und Pferd

Die meisten meiner Ausbildungen habe ich in mehrtägigen Kursen absolviert – oft weit weg von zu Hause. Deshalb kenne ich die Sorgen gut, die Menschen äußern, wenn sie mir sagen, dass sie ihrem Pferd den langen Transport, den Stallwechsel und die Strapazen einer Reise nicht zumuten möchten.

Um ehrlich zu sein, habe ich mir früher kaum Gedanken über das Reisen gemacht. Vielleicht war genau das der Grund, warum es für meine Pferde meist selbstverständlich und entspannt war.

Über die Jahre habe ich einige Schüler ausschließlich in ihrem Heimatstall unterrichtet. Viele Menschen schätzen es, ihrem Pferd den vermeintlichen Stress zu ersparen. Dazu kommt, dass sich eine Einzelstunde oft deutlich leichter in den Alltag integrieren lässt als ein mehrtägiger Kurs mit längerer Anfahrt – vom Kostenfaktor ganz abgesehen.

Natürlich ist ein Pferd in seiner gewohnten Umgebung häufig entspannter, getragen von der Sicherheit seines Zuhauses und seiner Herde – selbst bei Boxenhaltung.

Und dennoch sehe ich bis heute den besonderen Mehrwert darin, sich gemeinsam auf die Reise zu machen. Das Verlassen der Komfortzone öffnet die Sinne. Das Pferd zeigt bestimmte Themen oft klarer, während der Mensch den Alltag hinter sich lassen darf. Schon die Reise selbst – Planung, Verladen, Fahren, Ankommen – bringt neue Erfahrungen mit sich und manchmal auch Lernaufgaben, die sehr bereichernd sein können.

Ganz abgesehen davon entsteht ein unschätzbarer Mehrwert dadurch, nicht nur vom eigenen Unterricht zu profitieren, sondern auch von den Fragen, den Pferden und den Entwicklungsprozessen der anderen Kursteilnehmer. Wer das einmal erlebt hat, weiß, wovon ich spreche.

Was ist mir dabei besonders wichtig?

Ein Verladetraining, das auf Vertrauen basiert. Ein Fahrstil, der vielleicht den Autofahrer hinter uns nervös macht – aber nicht das Pferd. Ein Ort, an dem man sich willkommen fühlt.
Eine Atmosphäre, in der Pferde zur Ruhe kommen dürfen. Ein geschützter Rahmen, in dem Sorgen und Unsicherheiten gezeigt werden können. Ein Raum, in dem man nichts beweisen muss – sondern lernen darf.

Deshalb möchte ich euch heute die Gegebenheiten auf dem Sonnenhof im Kurs-Set-Up vorstellen.

Die Anreise erfolgt immer am Vortag des Kursbeginns. So haben Pferd und Mensch ausreichend Zeit, in Ruhe anzukommen. Nach längerer Fahrt können die Pferde sich zunächst auf dem Reitplatz oder im Round Pen bewegen und den Körper wieder sortieren.

Für die Kurspferde stehen großzügige Boxen mit Paddock zur Verfügung, nach Absprache und Wunsch auch mit Koppelgang. Die Pferde werden ausschließlich von ihren Besitzern versorgt, somit bleibt ein Stück Gewohnheit die Sicherheit bietet.

Für die Kursteilnehmer stehen mehrere liebevoll gestaltete Gästezimmer zur Verfügung, jedes mit seinem ganz eigenen Charakter.
Da ist zum Beispiel das Hippy-Zimmer – bunt, ein wenig verrückt, frei und unkonventionell. Ein Raum für Menschen, die sich gern treiben lassen, lachen und das Leben nicht allzu ernst nehmen.
Das Vintage-Zimmer erzählt eine andere Geschichte: weiblich, sanft, in zarten Rosatönen gehalten – ein Rückzugsort mit ruhiger, fast nostalgischer Atmosphäre.
Dann gibt es das Nordseezimmer – klar, ruhig, mit Weite im Blick. Wer einmal am Meer durchgeatmet hat, kann sich vorstellen, welches Gefühl dieser Raum vermittelt.
Und schließlich das Pferdezimmer: Ein sehr persönlicher Raum für mich. Hier schmücken Pferdebilder aus meiner Jugend und aus meiner Zeit in Amerika die Wände – Erinnerungen, Geschichten, Wege, die mich geprägt haben und bis heute begleiten.

Für Menschen, die lieber ihren ganz eigenen Raum um sich haben, gibt es außerdem die Möglichkeit, mit dem Wohnmobil anzureisen und einen Stellplatz zu nutzen. Auch das ist willkommen – denn wichtig ist nicht, wie man übernachtet, sondern dass man sich sicher, frei und angekommen fühlen darf.

Unterricht mit Pferden folgt keiner Uhr. Die Sessions sind immer individuell, jedes Pferde Mensch Paar bekommt ungeteilte Aufmerksamkeit und wir gehen auf das ein, was das Pferd uns sagt. So bekommt man intensiven unterricht und kann bei den anderen entspannt zurück gelehnt als Zuschauer mitdenken, fühlen, Bewusstsein und Blick schulen.

Lernen geschieht nicht auf Kommando – und oft nicht einmal auf dem Reitplatz. Viele der tiefsten Erkenntnisse entstehen in den Momenten davor oder danach: wenn man das Erlebte noch einmal ausspricht, sortiert, hinterfragt oder einfach wirken lässt. Genau dort entstehen oft die größten Aha-Momente.

Deshalb schätze ich das gemeinsame Frühstück ebenso wie die gemeinsamen Abende nach dem Abendessen auf der Terrasse. Diese Zeiten sind kein „Beiwerk“, sondern ein wichtiger Teil des Kurses. Der Austausch jenseits des Reitplatzes öffnet Räume, in denen Gedanken weitergesponnen werden dürfen, Unsicherheiten ausgesprochen werden können und neue Perspektiven entstehen – ganz ohne Druck.

Auf dem Sonnenhof geht es familiär zu. In lockeren Gesprächen, fernab von Leistungsdenken, können Fragen gestellt werden, ohne bewertet zu werden. Unklarheiten dürfen bleiben oder sich langsam klären. Jeder darf in seinem Tempo denken, fühlen und verstehen. Diese Atmosphäre von Zugehörigkeit und Offenheit trägt das Lernen – für den Menschen ebenso wie für das Pferd.

In der Regel reisen die meisten Teilnehmer am Abend des letzten Kurstages wieder nach Hause. Doch es besteht auch die Möglichkeit, den Aufenthalt um einen weiteren Tag zu verlängern – oder sogar länger zu bleiben. Zusätzliche Einzelstunden bieten Raum, um Erlebtes zu vertiefen, Zusammenhänge besser zu verstehen und dem eigenen Prozess bewusst Zeit zu schenken.

Denn Lernen endet nicht mit dem letzten Training.
Manchmal beginnt es genau dann.

Eine echte Wohlfühlatmosphäre unterstützt Lernen.
Und genau das ist mir wichtig.

 

Im Sinne der Menschen.
Im Sinne der Pferde.

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